37. Musikfest Bremen zu Gast im Landkreis Cloppenburg
Das 37. Musikfest Bremen findet vom 15. August bis zum 4. September 2026 statt und bietet in über 45 Veranstaltungen exquisite Konzerterlebnisse in Darbietungen höchster Qualität. Im Rahmen seiner Gastspiele außerhalb der eigenen Landesgrenzen setzt das Festival die in 2018 begonnene Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cloppenburg fort und macht mit Konzerten Station in Cloppenburg, Altenoythe, Lindern und Molbergen.
"Mit vier Konzerten im Landkreis Cloppenburg setzt das Musikfest Bremen in diesem Jahr ein besonders starkes Zeichen für kulturelle Vielfalt und hohe künstlerische Qualität im ländlichen Raum. Es ist ein großer Gewinn für unsere Region, dass international renommierte Künstlerinnen und Künstler hier auftreten und Menschen durch die universelle Sprache der Musik zusammenbringen. Das Musikfest Bremen steht für Offenheit, Begegnung und kulturellen Austausch – Werte, die gerade in unserer heutigen Zeit von besonderer Bedeutung sind. Als Landkreis unterstützen wir dieses Engagement gerne, weil Kultur das Leben vor Ort bereichert und unsere Region als attraktiven Lebensraum stärkt. Die Verbindung von kultureller Exzellenz und regionaler Verwurzelung macht den besonderen Reiz des Musikfestes aus. Wir freuen uns, erneut Teil dieses herausragenden Festivals zu sein“, erklärt Landrat Johann Wimberg zur Fortführung der Zusammenarbeit. „Die vier im Oldenburger Münsterland anstehenden Konzerte mit ihren hochkarätigen Besetzungen setzen programmatisch ganz verschiedene Akzente und versprechen erneut mitreißende Musikerlebnisse im Landkreis Cloppenburg“, schließt sich Musikfest-Intendant Prof. Thomas Albert voller Vorfreude an.
Den Startschuss markiert am Sonntag, 16. August, um 19.30 Uhr ein Auftritt von Hornistin Sarah Willis und dem Havana Lyceum Orchestra mit dem Programm „Mozart y Mambo“ in der Stadthalle Cloppenburg. „Sarah Willis, seit 2001 Hornistin der Berliner Philharmoniker, war 2017 erstmals nach Havanna zu einem Meisterkurs eingeladen. Nach einem engen Austausch mit der dortigen Musik-Szene rief sie mit dem Havana Lyceum Orchestra und dem Dirigenten José Antonio Méndez Padrón das Projekt ‚Mozart y Mambo‘ ins Leben, aus dem drei von Publikum und Kritik gleichermaßen geschätzten und hochgelobten Album-Einspielungen entstanden“, erklärt Albert. Bei „Mozart y Mambo“ treten Werke des Salzburger Komponisten in einen Dialog mit traditioneller kubanischer Musik. Eigenkompositionen und Arrangements verbinden die tänzerische Leichtigkeit von Mozart mit dem kubanischen Lebensgefühl zu einem quirligen Brückenschlag zwischen Alter und Neuer Welt, mit dem Sarah Willis und das Havana Lyceum Orchestra für Sommerfeeling und gute Laune sorgen möchten.
Für das zweite Konzert gastiert das Musikfest Bremen am Donnerstag, 20. August, um 19.30 Uhr erstmals in der Kirche St. Vitus in Altenoythe. „Das Alinde Quartett, das beim berühmten Alban Berg Quartett studiert hat, hat sich international auf historischen Instrumenten als herausragende Streicherformation einen Namen gemacht hat“, stellt Albert das Ensemble vor. Mit Werken von Luigi Boccherini, Franz Schubert und Juan Crisóstomo de Arriaga zeigen die vier Musiker*innen auf, wie sich an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert das Streichquartett, welches aus dem barocken Divertimento entstanden ist, zum zentralen Kammermusikgenre entwickelte.
Für das dritte Gastspiel wird ein weiterer Spielort erstmals vom Musikfest Bremen angesteuert, die Kirche St. Katharina von Siena in Lindern. Hier stellt sich am Samstag, 22. August, um 19.30 Uhr das britische Vokalensemble Tenebrae mit seinem Leiter Nigel Short vor. „Tenebrae hat sich mit quellklarem Gesang sowie perfekter Intonation, Balance und Homogenität einen hervorragenden Ruf als einer der besten professionellen Chöre Englands ersungen und feiert nun seinen 25. Geburtstag“, erläutert Albert. In Lindern präsentiert Tenebrae ein Programm, das ikonische Chorwerke aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Komponisten wie Anton Bruckner, Frank Martin und Francis Poulenc mit Werken zeitgenössischer Komponist*innen kombiniert, die in Teilen eigens für Tenebrae geschrieben wurden. Wenn sich dann die einzelnen Stimmen von Tenebrae zu einem einzigen Atem, zu einem schwebenden Raum aus Klang verbinden, dürfte der Titel „Himmlische Stimmen“ mehr als nur ein Versprechen sein.
Auch das vierte Konzert am Mittwoch, 26. August, um 19.30 Uhr stellt mit dem erstmaligen Gastspiel in der Kirche St. Johannes Baptist in Molbergen eine Premiere dar. Die dortige mit 30 Registern auf drei Manualen und Pedal erbaute Orgel von 1964 verdankt ihr prächtiges barockes Aussehen dem Umstand, dass für das Gehäuse Teile der Orgel von 1724 wiederverwendet wurden. „Krzysztof Urbaniak, derzeit Professor für historische Orgel sowie Leiter des Arp-Schnitger-Instituts für Orgel und Orgelbau an der Hochschule für Künste Bremen, war 2010 im Rahmen des Musikfest Bremen der Gewinner des 1. Preises beim Arp-Schnitger-Orgelwettbewerb 2010“, stellt Albert den Künstler vor. Bei seinem Konzert in Mollbergen vereint er drei Meister norddeutscher Orgelmusik des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts: Dieterich Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Johann Sebastian Bach. Damit wird Urbaniak einmal mehr den Beweis antreten, dass Bach maßgeblich von Buxtehude und Bruhns beeinflusst wurde, gleichzeitig aber alles daransetzte, seine Vorbilder noch zu überbieten.

